Ein Jahr „Skolstrejk för klimatet“

STOCKHOLM, SWEDEN - MARCH 22, 2019:  16-year-old Swedish climate activist Greta Thunberg demonstrating in Stockholm on Fridays. Holding a sign that says "School strike for Climate".

 

Ich wünsche dieser mutigen jungen Frau Erfolg auf ganzer Linie. 

👍 👍 👍

Und nun ein Standpunkt auf  Seite 2 des Weser-Kurier heute,  Dienstag 20. August 2019

ZITAT

„Erinnerung an eine unbequeme Tatsache

Greta Thunberg reist mit einer Hochsee-Segelyacht über den Atlantik. Ungefähr zwei Wochen wird ihre Überfahrt dauern. Im Erstaunen über die ungewöhnliche Reise zeigt sich auch unser gewandeltes Verständnis von Mobilität auf den Weltmeeren.

Man kann weite Teile der Schifffahrtsgeschichte als eine Kampfgeschichte verstehen. Als eine fortwährende Auseinandersetzung des Menschen mit den Urgewalten des Meeres. Mit Schifffahrt war und ist der Versuch verbunden, dem Meer etwas abzutrotzen. Sei es der Weg zu weit entfernten Ländern, seien es Handelsrouten, wissenschaftliche Erkenntnisse oder Fisch. Über Jahrtausende hinweg war der Wind dabei die einzige Antriebskraft. Von ihm war es abhängig, wie die Fahrt verlief. Ruhig, turbulent oder gar lebensgefährlich. Erst mit der Industrialisierung und der Dampfschifffahrt wurden die Reisen planbarer, Segelanweisungen wurden durch detaillierte Seekarten ersetzt, Auswanderung und Seetourismus nahmen ihren Anfang. Gezeitenrechner wurden – als eine Art analoge Computer – im 1. Weltkrieg zu strategisch wichtigen Informationsquellen. Heute hat jede Kreuzfahrt ihren minutiös geplanten Ablauf – und allenfalls Routenänderungen infolge schwerer Unwetter erinnern uns als Passagiere daran, dass wir bei all unseren Reiseplänen von Naturgewalten abhängig sind.

Wir sind abhängig von der Natur

So gesehen ist die Malizia ein äußerst passendes Schiff für Greta Thunberg und ihren Einsatz für den Klimaschutz. Denn es ist das Verdienst der „Fridays for Future“-Bewegung, eine ebenso simple wie unbequeme Tatsache wieder stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein gerückt zu haben: Wir sind abhängig von der Natur – auch wenn wir dies in unserem hochtechnologisierten Alltag oft verdrängen.

Dass die Jugendlichen, die für den Klimaschutz seit Monaten auf die Straße gehen, nicht nur viel Zustimmung erfahren, sondern für manche Menschen zu einem Feindbild geworden sind, hängt offensichtlich auch damit zusammen, dass der Protest neben politischem Handeln auch vertraute Lebens- und Konsumgewohnheiten infrage stellt.

Doch wer hier sogleich einen Angriff auf Freiheitsrechte wittert, sollte sich klarmachen, dass der Klimawandel weitaus größere Freiheitseinschränkungen mit sich bringen könnte. Die Industrialisierung hat Mobilität planbarer gemacht – doch die Folgen der Emissionen für unser Leben sind alles andere als planbar. Anders gesagt: Greta Thunbergs Überfahrt mag vielleicht turbulent verlaufen – doch das ist nichts gegen die Turbulenzen, vor denen sie warnt.“

ZITAT ENDE

Zur Person

Sunhild Kleingärtner

Unsere Gastautorin ist Professorin und seit 2013 Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Schifffahrtmuseums (DSM)/Leibniz-Institut für Maritime Geschichte in Bremerhaven.

Quelle 

https://www.weser-kurier.de/deutschland-welt/deutschland-welt-politik_artikel,-klimaaktivisten-zeigen-uns-ohne-natur-geht-es-nicht-_arid,1853616.html

 

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7 Kommentare zu „Ein Jahr „Skolstrejk för klimatet“

  1. Ich wünsche der Greta auch viel Erfolg und überhaupt das Allerbeste,ein Vorbild für die Jugend,und nicht nur für die!
    Ein feiner Artikel ist das in euerer Tageszeitung,liebe Brigitte.

    Schönen Abend für euch und liebe Grüße!

  2. Oh, ja, da schließe ich mich deinen Wünschen an, ich wünsche ihr auch viel Erfolg weiterhin für ihre großartige Aktion, der jetzt auch in unserem Land so viele folgen! Es ist ihre Zukunft, um die es geht, sie kriegen die ganzen Altlasten aufgepackt, die die Generationen vor ihnen versaubeutelt haben, und genau davon sehen so viele immer noch nicht ein, daß es längst später als 5 Minuten vor 12 ist, das macht mich immer so wütend! Eine Zeit lang können wir ja noch an der Seite der Jugend stehen und sie unterstützen, ich wünsche ihnen ganz viel Kraft und vor allem Mut, sich gegen den ganzen Filz zu stellen!
    Der Artikel in deiner Zeitung ist gut!!! Danke fürs teilen!
    Eine gute Nacht wünschen wir mit lieben Grüßen von uns Emms.

  3. Durch sie die Jugend doch intensiver aufgerüttelt ist es auch wirklich wichtig endlich etwas zu unternehmen. Was in der Luft und auf dem Meer unterwegs ist kann man ja immer gut auf dementsprechenden Seiten sehen. Für mich allerdings lenken all diese Berichte, gerade bei Flug- und Schiffverkehr, ein wenig zu arg von der Industrialisierung ab.

    Getan werde muss jedenfalls etwas, das ist klar.

    Liebe Grüsse

    N☼va

  4. moin Brigitte
    ja das ist sicher schon und herlich , wanderen in der heide
    nur letztes jahr war ws schlimm :( alles verbrent von hitze und trockennes wetter
    ein schone tag wunschen ich dir , Karel

  5. Man kann Greta auf ihrer Mission für uns alle nur größtmöglichen Erfolg wünschen. Gerade die vielen und unangemessenen Anfeindungen zeigen doch wie recht sie hat und wie die Angst umgeht sich irgendwie verändern zu müssen. Je länger wir warten, desto härter wird es. Am Ende wird es unvermeidlich sein.

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