2004-08-02 Spitzbergen Umrundung [Tag 6]

M/V Professor Multanovskiy ( Eisverstärktes ehemaliges Forschungsschiff/ max. 52 Passagiere)

2. August 2004 Andréeneset und Kraemerpynten / Kvitøya

Position um 7.00: 80°05’N/ 31°15’E, Lufttemperatur 4°C, leicht bedeckt

Auch heute erwartet uns wieder ein strahlender Tag. Das Packeis lässt zunächst noch auf sich warten, aber nach dem Frühstück beginnt dann unsere Fahrt durch die mal dichteren, mal locker aufeinanderfolgenden Eisschollen. Wir sind fasziniert vom Können unserer Bridgecrew, die die Professor Multanovskiy souverän um Meereisschollen und kleine Eisberge herum manövriert. Kapitän und Offiziere sind nun darauf angewiesen freie Wasserwege im Eisgewirr zu finden und meistern dies in entspannter Atmosphäre. Und wir sind froh, dass wir dabei sein dürfen. Auf der Professor Multanonovskiy sind wir jederzeit auf der Brücke willkommen – und davon machen wir jetzt natürlich mehr denn je Gebrauch.

Unser erster Ausflug führt uns heute nach Andréesenet auf der entlegenen Insel Kvitøya, der Weißen Insel. Nicht viele Schiffe wagen sich in dieses Gebiet, da der Nordosten Svalbards meist von Packeis eingeschlossen ist. So sind wir froh, dass wir zu den wenigen Besuchern auf dieser beinahe völlig von Eis bedeckten , 700 Quadratkilometer großen, linsenförmigen Insel zählen, die dazu noch völlig geschichtsträchtig ist.

Nach einer langen Zodiacfahrt im geschickten Zickzack-Kurs zwischen Eisschollen hindurch , erreichen wir dank Peters GPS die exakte Landestelle an einer Küste die kahl und überall gleich aussieht.Nur wenige Schritte vom Strand entfernt findet man eine auf einer kleinen Säule angebrachte Gedenktafel für die Opfer der Schwedischen Expedition zum Nordpol im Jahre 1897. Peter erzählt uns die wichtigsten Details dieser dramatischen Reise, die mit dem Tod aller Teilnehmer an genau diesem Ort endet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9es_Polarexpedition_von_1897

Am Nachmittag fahren wir an der Nordküste Kvitøyas entlang, um an die Nordostspitze zu gelangen, nach Kraemerpynten. Diese Kies- und Geröllzunge ist Svalbards östlichster Zipfel und bloß noch 94 Kilometer von der Victoria Insel entfernt, die bereits zum russischen Franz-Josef-Land gehört.

Bei Kraemerpynten angekommen sieht sich der Kapitän gezwungen, nahe an Land zu fahren, weil das Radarbild eine Eisdrift von bis zu 1 Knoten (1,8 km/h) anzeigt. Nachmittags lädt Peter uns zu eine Zodiactour zum wohl verlassensten Flecken Spitzbergens ein.

Walrosse tummeln sich in kleinen Gruppen im Wasser und wir nehmen uns Zeit, blaue und sogar grüne Eisberge zu umrunden. Die schimmernden Kleinode scheinen ein eigenes Licht hervorzubringen. Es leuchtet aus ihrem Inneren. Wir können einfach nicht genug von ihnen bekommen.

Plötzlich heißt es Bären !!! Eine Bärin mit ihrem Jungen läuft auf dem Moränengrat an der Küste entlang. Für kurze Zeit sehen wir beider Fell im Sonnenlicht aufleuchten, dann sind sie hinter dem Grat verschwunden.

Bald darauf geht es zurück zum Schiff,

wo wir noch lange über unsere Reiseeindrücke sprechen, bevor wir uns auf die Kabine zurückziehen.

Alle Aufnahmen habe ich 2004 mit einer kleinen analogen Kompakt Kamera mit einem bekannten Namen aufgenommen und dann aus den Alben abfotografiert.

Das Album auf Flickr

https://www.flickr.com/gp/sjffbb/Qy5U5c

to be continued

6 Kommentare zu „2004-08-02 Spitzbergen Umrundung [Tag 6]

  1. Stell ich mir abenteuerlich vor, so eine Fahrt durchs Packeis, aber bei solch einer souveränen und entspannten Crew fühlt man sich bestimmt gut aufgehoben. Kann ich mir sehr gut vorstellen, daß ihr von der Erlaubnis, jederzeit auf der Brücke willkommen zu sein, lebhaften Gebrauch gemacht habt, wer läßt sich sowas entgehen!!!
    Herrliche Fotos!!! Ein ganz toller Ausflug zur Weißen Insel, und ein ganz sicher einmaliges Erlebnis. Wenn man dann noch bedenkt, wie früheste Expeditionen ausgegangen sind wie die von 1897! Deine Fotos sind wirklich großartig, man spürt die Kälte dieses Ortes durch die Bilder! Die Eisberge in ihren schimmernden Farben sind zauberhaft, kein Wunder, daß ihr da nicht genug von bekommen konntet. Und die Walrosse wieder, so schöne Tiere! Ich mag die Speckschwarten so sehr! Ooooh, und wieder eine Eisbärin mit ihrem Jungen, ihr hattet echt Glück auf dieser Tour!
    Nach solch einer wundervollen Tour muß man ganz sicher noch eine Weile zusammensitzen und alles „sacken“ lassen, bevor man schlafen gehen kann. Ich bin wieder restlos begeistert und beeindruckt, danke fürs dabei sein dürfen, ich freu mich auf die Fortsetzung wieder und wünsche euch eine gute Nacht, liebe Grüße
    Monika.

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  2. Was für ein Abenteuer, schon allein diese Fahrt mit dem Schiff durch das Packeis und dann mit einem Zodiac. Einfach nur genial und durch deine Bilder konnte man richtige Empfindungen bekommen, zumindest geht es mir so wenn ich sie mir anschaue. Toll auch dass du den Link gesetzt hast. Das hat meine Erinnerung aufgefrischt denn ich habe vor vielen Jahren darüber mal einen Bericht gesehen. Wie gruselig muss es sein so zu Tode zu kommen….neee, schnell weg davon und dann lieber die Freude haben über die Eisbären udn auch all den anderen tollen Eindrücken.

    Danke dir auch heute wieder dafür!

    Wünsche euch einen schönen zweiten Advent sowie frohes Nikolausi.

    Liebste Grüssle

    N☼va

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  3. Auch dieser Tag im hohen Norden fasziniert mich wieder sehr,liebe Brigitte! Es gibt wohl ein Sprichwort wo es heißt,auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand. Viel Vertrauen in die Crew ist da schon gut.
    Ganz sehr toll ist die Begegnung mit der Eisbärenmama und den Kleinen !

    Einen guten 2.Advent und Nikolaustag wünscht euch Brigitte.Buddyleins Stiefelchen ist sicher gut gefüllt. 😉

    Liebe Grüße!

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  4. So interessant weiterhin zu lesen und bebildert, wobei mich schon beim so tollen Blick auf das Deck des Schiffes der Mut verlassen hätte. Denn auch wenn ich früher viel getaucht bin und deshalb weiß wie es unter Wasser aussieht, verlor ich nie den „Respekt“ oder auch bissl Angst vor so großen Schiffen auf dem riesigen Meer. Keine Ahnung warum das so ist, aber umso mehr genieße ich hier deine Berichte darüber.
    Liebe Grüße von Hanne und hab noch einen richtig schönen 2. Advent, liebe Brigitte. 🕯️🕯️🌟

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  5. Auch, wenn ich mich wiederhole, es muss eine tolle abenteuerliche Reise gewesen sein. Du bist echt zu beneiden um diese Erlebnisse. Und toll, dass Du das alles mit uns teilst, liebe Brigitte.
    Liebe Grüße von der Silberdistel, die Euch noch einen schönen Rest vom 2. Adventssonntag wünscht

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