2004-08-06 Spitzbergen Umrundung [Tag 10]

M/V Professor Multanovskiy ( Eisverstärktes ehemaliges Forschungsschiff/ max. 52 Passagiere)

Expeditionsleiter Peter Balwin

6. August 2004 Hornsund mit Brepollen und Samarinfjord

Position um 7.30: 76°54’N/ 15°20’E, Lufttemperatur 3°C, anfangs nebelig

Heute wollen wir den ganzen Tag lang vom Schiff aus den Hornsund erkunden, in seine Buchten und Fjorde vordringen und die riesigen Abbruchkanten seiner Gletscher abfahren. Das Wetter ist allerdings zunächst einmal bedenklich, die Sicht schlecht und der Nebel dick wie Suppe. Peters Weckruf um 7.30 Uhr morgens lässt uns trotzdem schnell aus den Betten steigen. Ist dies doch der schönste Nebel, den man sich vorstellen kann. Die Sicht bessert sich merklich, als wir auf den riesigen Brepollen am östlichen Ende des Sundes zufahren. Unsere Brückencrew fährt das Schiff schwungvoll durch loses Packeis in die Nähe der gut 5 Kilometer langen Gletscherkante des Storebreen. Dann bricht auch noch die Sonne durch, und Juliette verwöhnt uns auf dem Vordeck mit einem herrlichen heißen Kakao- natürlich dürfen auch Rum und Sahne in der Tasse nicht fehlen.

Die Stimmung ist fröhlich, steigert sich aber noch deutlich, als Peter uns für den Nachmittag eine weitere, atemberaubende Zodiacfahrt durchs Eis anbietet. Bis an die Abbruchkante heran winden sich die Schlauchboote später durch die Eisschollen. Wir genießen die Reflexe auf dem Wasser und die unmöglichen Formen der kleinen Eisberge und Schollen genau so wie den riesigen Schwarm von Dreizehenmöwen, der sich am Austritt eines Schmelzwasserstroms unter dem Gletscher zusammengefunden hat. Hier wirbelt das fließende Wasser Nährstoffe vom Grund des Fjords auf. Ein wahres Fest für die geflügelten Gesellen.

Und weiter geht die Fahrt zunächst in Richtung Burgerbukta, aber als wir am Hornholmen vorbeiziehen, sehen wir bereits, dass sich dicke Wolken über der Burgabukta zusammenziehen. Kurzfristig wird der Kurs gewechselt und wir verbringen den Rest des Abends im Schatten- aber unter blauem Himmel- des grandiosen Samaringletschers.

Unsere Köche haben in der Zwischenzeit ein Barbecue für uns vorbereitet. Gegessen werden soll eigentlich an Deck, aber der Wind ist einfach zu stark geworden und so verlegen wir das Ganze nach drinnen. Schade, aber nicht zu ändern. Bals wird es uns richtig warm und es kommt trotzdem noch eine tolle Stimmung auf.

Den Rettungsring haben wir nie gebraucht, GsD. Alle waren stets sehr wachsam und umsichtig.

Nach dem opulenten Barbecue haben wir noch lange auf Deck gestanden und die grandiose Landschaft genossen.

to be continued

Alle Aufnahmen habe ich 2004 mit einer kleinen analogen Kompakt Kamera mit einem bekannten Namen aufgenommen und dann aus den Alben abfotografiert.

Das Album auf Flickr

https://www.flickr.com/gp/sjffbb/r30e34

29 Kommentare zu „2004-08-06 Spitzbergen Umrundung [Tag 10]

    1. Nein, die Liebe zu den Eisbären kommt von Reisen davor nach Grönland. Aber Spitzbergen war in Bezug auf Eisbären ein Highlight, denn wir sahen insgesamt neun.
      Ich danke dir! Gerne würde ich die Reise noch mal machen, aber dann mit einer Kamera von heute 😉
      Liebe Grüße

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  1. Wunderbar, die Reise geht weiter! Und wie läßt sich dort besser in den Tag starten als mit einem heißen Kakao mit Rum und Sahne! 😋
    Wieder wunderschöne Fotos, besonders, wenn die Sonne durchbricht, eine zauberhafte Stimmung.
    Großartig, die Fahrt mit den Schlauchbooten, was man da alles zu sehen bekommt, ich kann mich da nur immer wiederholen, solch eine Reise ist ein einmalig schönes Erlebnis!!!
    Und wieder an Bord ein Barbecue, stell ich mir herrlich und vor allem sehr lecker vor, und wärmend! Was ich alleine beim Anblick des eisbadenden Käptns nötig gehabt hätte, lach, da friert man beim gucken!!! Wenn ich da eisbaden gegangen wäre, hättet ihr den Rettungsring gebraucht! 😂
    Ich war wieder mit Begeisterung dabei und freu mich auf die Fortsetzung, gute Nacht wünsche ich euch und einen guten Start in die neue Woche, ihr lieben Bees, liebe Grüße
    Monika.

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  2. Boa…in das eiskalte Wasser. Der ist abgehärtet, ich glaube das hätte ich nicht gewagt^^ Das ihr aber all dies genießen konntet lässt sich denken. Das mache ich auch von hier aus schon wenn ich die Aufnahmen sehe. Genau das ist es was mich reizen würde…diese Schollen, diese Farbspiele von Eis und Wasser und Eis unter Wasser. Einfach nur genial.

    Ich bin überzeugt du erlebst die Reise durch die Posts noch einmal ganz intensiv, gell.

    Wünsche dir noch einen schönen Wochenstart und schicke liebe Grüsse rüber

    N☼va

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    1. Ja, so ist es , liebe Nova.
      In diesen Corona Zeiten kann und will ich nicht reisen, da macht es Spaß in die alten Alben zu schauen. Bis zum 4.8. hatte ich die Reise sogar schon mal vorgestellt, aber das war auf meinem alten Blog, den es dann irgendwann nicht mehr gab.
      Es ist wirklich traurig, dass wir nirgendwohin reisen können, aber

      Unus pro omnibus, omnes pro uno
      Einer für alle und alle für einen

      und irgendwann ist auch das vorbei und wir holen alles nach, gell.
      Viele liebe Grüße auf deine schöne Insel,
      Brigitte

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    1. Ja so ist es.
      Aber jetzt können und sollten wir nicht reisen und so freuen wir uns halt über das, was wir schon hatten.
      Wenn wir Glück haben überleben wir diesen Horror und dann holen wir das Versäumte nach, gell.
      Pass gut auf dich auf und bleib gesund, lieber Karel.
      Liebe Grüße

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      1. so ist das Brigitte
        diese schone orten laufenb nicht weg 🙂

        bin froh das der bilder dir gefallen , du kennst teilen von Holland , von lange her
        aber jetzt eisbaren und vogel nach reisen , ist auch schon
        wunschen dir ein gemutliche abend
        liebe gruss , Karel

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  3. Liebe Brigitte,

    das ist für mich einfach immer wieder ganz sehr beeindruckend,sowas in in der Realität erleben zu können! Ich glaube,ich wäre die gesamte Zeit nur mit offenem Mund rumgelaufen. 😉
    Eisbaden ist auch nicht unbedingt meins,in unserem Alter mag mans doch zumindest „handwarn“. 🙂
    Toll wieder alles!

    Habt einen guten Montag und liebe Grüße von Brigitte.

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    1. Ja, so ungefähr erging es mir. Ich war ja schon mehrere Male auf Grönland gewesen, aber Spitzbergen hat es dann nochmal getoppt.
      Ich habe fast jede Nacht bis ganz spät an Deck gestanden, weil diese Landschaft einfach unglaublich schön ist und dadurch, dass es ja nicht dunkel wurde, ging das auch prima.
      Ins Eiswasser springen geht (bzw. ging) für mich nur nach einem Saunagang *lach*
      Ich wünsche dir ebenfalls einen schönen Tag, liebe Brigitte.
      Hier wird es heute überhaupt nicht hell.
      Liebe Grüße

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  4. Das sind wieder berauschend schöne Bilder, liebe Brigitte. Ja, Nebel ist mitunter ein besonders toller Zauberer. Schon toll, was Ihr alles erlebt habt – sogar einen eisbadenden Käpt’n 😉 Als wir noch nur eine Straße zwischen unserem Zuhause und dem Ostseestrand hatten, haben wir auch noch bis in den November hinein und länger immer mal wieder ein kleines Eisbad genommen. Ist eigentlich gar nicht so schlimm, wenn man es regelmäßig macht und sich hinterher schön warm anzieht.
    Einen lieben Gruß von der Silberdistel

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    1. Nach einem Saunagang immer, sonst lieber nicht *lach*
      Wir haben mal eine Fahrradtour über Finnland und anschließend Insel Hopping in der Ostsee gemacht. Immer mit kaltem Ostsseewasser waschen, Zähne putzen, Haare waschen. Boahhhhhhhhhhhhhh.
      *lach* *lach* *lach*

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